Gastfamilie wechseln

Hallo zusammen!

Gestern erhielt ich einen Anruf von meiner Betreuerin und sie teilte mir mit, dass ich meine Gastfamilie wechseln muss.
Hier ist mein Tagebuch-Eintrag von gestern:

23.11.08

Dieses vergangene Wochenende könnte den Preis für das Wochenende mit den meisten gemischten Gefühlen gewinnen.
Am Freitag habe ich mit meinen Eltern telefoniert, um ihnen zu sagen, dass ich unglücklich bin hier und gerne meine Familie wechseln würde (hauptsächlich wegen Debbie). Ich habe mir also das ganze Wochenende Gedanken darüber gemacht, wie ich diese Sache angehen könnte. Ich habe auch Frau Aegerter von into geschrieben, um sie über alles zu informieren.
Heute Abend (Sonntag) hat aber Pam (meine Betreuerin) angerufen und sie wollte mich sprechen. Ich überlegte mir schon, wie sie das so schnell erfahren hatte und was ich ihr am besten sagen sollte.
Sie teilte mir jedoch mit, dass ich die Gastfamilie wechseln müsste, weil Debbie’s Mutter womöglich hier einziehen muss und sie dann nicht genug Platz haben. Martina kann hier bleiben und würde dann einfach mit Diane in einem Zimmer wohnen, weil sie ja schon im Januar nach Hause geht. Pam sagte mir, dass sie schon die ganze letzte Woche nach einer Familie für mich gesucht haben und dass auch der Rektor meiner Schule schon informiert sei.

Am Telefon war ich ziemlich froh darüber, denn das bedeutet, dass ich nicht selbst diese Sache angehen muss und dass es nicht meine Schuld ist. Aber als ich das Telefon Martina weitergereicht hatte (Pam wollte es auch ihr erzählen), da überkam mich plötzlich ein Gefühl von Angst, Einsamkeit und Verzweiflung. Was würde als nächstes passieren? Wie lange würde ich noch hier sein? Was passiert mit Weihnachten? Weihnachten bei einer neuen Familie, einer Familie, die ich vielleicht gar nicht kenne? Ich wollte nur noch nach Hause und bei meiner richtigen Familie sein. Ich fing an zu zittern und konnte mich nun überhaupt nicht mehr aufs Lernen (Geschichte) konzentrieren. Ich kriegte Kopfschmerzen. Diese Gefühle verwirrten mich nur noch mehr, denn eigentlich wollte ich ja meine Gastfamilie wechseln, eigentlich wurde mir ja gerade ein Wunsch erfüllt!
Martina kam ins Zimmer und sagte mir, dass es ihr Leid tut und fragte mich, ob ich ok wäre. Natürlich war ich nicht ok, aber ich hatte nicht vor, mir das anmerken zu lassen…
Ungefähr eine Stunde nach dem Telefonat kam Debbie in mein Zimmer, um nach mir zu sehen. Ich dachte mir, dass eine Stunde eine ziemlich lange Zeit ist…

Irgendwie fühlt sich das ganze auch unwirklich an…wie ein Traum…ich bin mir nur noch nicht sicher, ob es ein Traum oder ein Albtraum ist.

Es tut mir Leid, dass ich mich in letzter Zeit so wenig gemeldet habe und dass ich nicht auf Mails geantwortet habe, aber im Moment darf ich nicht mehr ins Internet, weil meine Gastfamilie das Gefühl hat, ich habe zu viel Kontakt zu meiner Familie. Es tut mir wirklich unendlich Leid, aber ich freue mich ueber alle Briefe, Mails und Nachrichten! Vielen Dank!

Liebe Gruesse,
Janina

24.11.08 21:21

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